Überblick
- Projektteam: Totska Nataliia, DI Reiner Michael Karl (Betreuer)
- Typ: Projekt Bachelor/ Bachelorarbeit
- Zeitraum:2025/2026
- Tools & Technologien:
Next.js (React + TypeScript), Tailwind CSS, Zustand (State Management), react-colorful (Color Picker), jsPDF (PDF Export), Turbopack, PostCSS, GitHub
Motivation und Problemstellung
knit.cool verbindet traditionelles Textilhandwerk mit modernen digitalen Werkzeugen. Das Projekt ist aus dem Wunsch entstanden, Vintage-Strickmaschinen nicht nur zu erhalten, sondern sie für heutige Maker:innen und Designer:innen wieder praktisch nutzbar zu machen.
Gleichzeitig soll die Mustererstellung deutlich einfacher werden: Statt komplizierter Zwischenschritte können Nutzer:innen Motive direkt im Browser in ein strickfreundliches Raster umwandeln, bearbeiten und als Lochkarte bzw. Anleitung exportieren. So wird Pattern-Creation schneller, zugänglicher und auch für insteiger:innen verständlich.
Zielsetzung
Ziel des Projekts war die Entwicklung einer integrierten, einsteigerfreundlichen Web-Anwendung mit zwei Kernmodulen:
- Punch Card Generator (Lochkarten-Editor)
- Nach dem Upload eines Bildes (PNG/JPEG) wird es automatisch in ein strickgerechtes Raster pixeliert.
- einfache Bearbeitung im Grid (Farben, Auswahl (Select)/Tools)
- Der Export erfolgt als SVG-Lochkarte für den Plotter sowie zusätzlich als PNG und JSON
- Knitting Pattern Generator (Kleidungsrechner)
- Eingabe von Körpermaßen + Maschenprobe (Gauge) in cm/inch
- Ausgabe als Maschen-/Reihenwerte inklusive Formgebung
- kompakte Darstellung als japanisch inspiriertes Schema (alles auf „einer Seite“)
- Export als PDF zum Drucken/Abspeichern
Vorgehensweise und Umsetzung
Die Umsetzung erfolgte als moderne Web-App mit einem klaren, durchgängigen Workflow. Zunächst wurden bestehende Tools verglichen, um Anforderungen abzuleiten: Muster sollten direkt im Browser in einem „Alles-in-einem“-Ansatz visuell bearbeitbar sein.
Für die Bildverarbeitung wurde eine Pipeline umgesetzt, die Uploads per Nearest-Neighbor in ein strickgerechtes Raster überführt und die Farbpalette mittels k-means Quantisierung reduziert. Das Ergebnis wird als interne Rasterrepräsentation gespeichert und Exportparameter werden dabei mitgeführt.
Der Editor nutzt zentrales State-Management (Zustand), eine übersichtliche Panel-Struktur (Upload, Bearbeiten, Download/Speichern) sowie ein speicherbares Projektformat (.knit.json). Ergänzend rechnet der Garment Calculator Maße über die Maschenprobe in Maschen/Reihen um, gibt ein kompaktes Schema aus und erstellt PDFs direkt im Browser.
Ergebnisse
Es wurde ein durchgängiger End-to-End-Workflow umgesetzt: Aus einem Bild entsteht ein editierbares Raster, das als SVG, PNG oder JSON exportiert werden kann, und aus Körpermaßen entsteht ein Schema, das als PDF ausgegeben wird. In der Praxis wurden mit den exportierten Lochkarten mehrere Sockenpaare erfolgreich gestrickt, und der Kleidungsrechner wurde für zwei Pullover genutzt, wodurch sich der manuelle Rechenaufwand deutlich reduzierte. Zusätzlich wurde das Projekt in einer Strickmaschinen-Community auf Facebook vorgestellt; das Feedback bestätigte die Verständlichkeit des Workflows und die Nutzbarkeit der Exporte.
Ausblick
knit.cool ist bewusst modular aufgebaut und kann in mehrere Richtungen erweitert werden: In Zukunft sollen weitere Kleidungsrechner hinzukommen, zum Beispiel für Raglan- und Set-in-Sleeve-Pullover sowie für Mützen, Röcke, Shorts und Socken.
Ein zentraler nächster Schritt ist Pattern Mapping: Geplant ist eine Vorschau, die zeigt, wie sich ein Lochkartenmotiv als Wiederholung über geformte Schnittteile wie Vorderteil, Rückenteil und Ärmel verteilt und wie es sich an Formgebungslinien (z. B. Abnahmen, Zunahmen oder Ausschnitten) verhält.
Zusätzlich soll eine Beispiel-Galerie entstehen, in der fertige Motive und Projekte als Inspiration und zum schnellen Ausprobieren bereitstehen. Aufbauend auf dem bereits vorhandenen Video sollen weitere Video-Tutorials ergänzt werden, die besonders Anfänger:innen Schritt für Schritt durch typische Workflows führen.